Forschungsprojekte

 

Aktuelle Forschungsprojekte:

Abgeschlossene Forschungsprojekte:

Aktuelle Forschungsprojekte

 

Kooperative Rundreiseprobleme bei rollierender Planung
(2011-2016)

Die Problemklasse der Rundreiseprobleme besitzt vielfältige Ausprägungen wie bspw. Traveling Salesman Probleme, Tourenplanung und Umlaufplanung. In praktischen Anwendungen sind Kooperationen u.a. aufgrund einer verbesserten Kapazitätsauslastung und der Vermeidung von Leerfahrten von Vorteil, da dies zu Kosteneinsparungen und Erlössteigerungen führt. Ziel der kooperativen Planung ist es, zulässige Lösungen für zwischen den Partnern einer Koalition abgestimmte Planungen zu generieren, die einen möglichst hohen Kooperationsnutzen bei möglichst geringen Transaktionskosten ermöglichen. Die resultierenden Kosten und Erlöse einer Koalition sind auf die Koalitionsteilnehmer aufzuteilen. Dieses Aufteilungsproblem muss a priori gelöst werden, da die möglichen Partner einer Kooperation ihre Beteiligung von dem Ergebnis der Aufteilung abhängig machen. Im Fernverkehr sind Rundreiseprobleme nicht isoliert für einzelne Perioden zu lösen, sondern werden rollierend geplant. Wesentliches Merkmal einer rollierenden Planung ist, dass bestimmte Daten a priori nicht bekannt sind. Insofern ist auch das Aufteilungsproblem ein Problem unter Unsicherheit. Das Projekt beschäftigt sich mit Methoden zur Lösung dieses Problems.

Dieses Projekt wird gefördert durch die DFG. Es wird in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Herrn Professor Alf Kimms (Universität Duisburg-Essen) bearbeitet.
 

EU-Sozialvorschriften in der Tourenplanung: Untersuchungen zur zentralen und dezentralen Planung zwischen Fahrern und Disponenten
(2009-2012)

Seit dem 11. April 2007 gelten in der gesamten Europäischen Union neue gesetzliche Regelungen zu den Lenk- und Arbeitszeiten von Arbeitnehmern im Straßenverkehrsgewerbe. Diese Vorschriften sind von Spediteuren bei der Gestaltung ihrer Tourenpläne unbedingt zu berücksichtigen. Ihre Vernachlässigung durch die Disponenten kann mit empfindlichen Geldstrafen bis hin zum Entzug der Unternehmenszulassung geahndet werden.
Das vielfach seit Jahrzehnten untersuchte Problem der Tourenplanung muss daher um eine Planung der Lenkzeiten erweitert werden. Bei der kombinierten Touren- und Lenkzeitplanung stellen sich drei zu lösende Teilprobleme, nämlich die Zusammenfassung von Transportaufträgen, die auf einer gemeinsamen Tour ausgeführt werden sollen (Tourenbildung), die Planung der Reihenfolge der zu bedienenden Aufträge für jede Tour (Routenbildung) und die Lenkzeitplanung. Diese Aufgaben sind durch die Interaktion zwischen Fahrern und Disponenten zu lösen. In diesem Projekt wird aufbauend auf der Entwicklung eines zentralen Planungsmodells zur simultanen Lösung aller drei Teilaufgaben die verteilte Entscheidungssituation mithilfe eines Frameworks zur Hierarchischen Planung modelliert und analysiert. Der zentrale Planungsansatz soll dabei als Benchmark zur Evaluation dieser in der Praxis anzutreffenden dezentralen Planungsansätze dienen.

Dieses Promotionsprojekt wird gefördert durch die zentrale Forschungsförderung der Universität Bremen.
 

Kollaborative Tourenplanung
(2008-2011)

Teilprojekt B9 im Sonderforschungsbereich 637 "Selbststeuerung logistischer Prozesse - Ein Paradigmenwechsel und seine Grenzen"

Motivation:
Das Teilprojekt erforscht die speditionsübergreifende operative Planung von Transportaufträgen innerhalb eines Groupage Systems, einer Vereinigung von Speditionen, die im Rahmen der Transportplanung kooperieren. Die Auftragsdisposition der Speditionen umfasst die Entscheidung zwischen Nutzung des eigenen Fuhrparks und Fremdvergabe. Diese kollaborative Planung selbststeuernder Partner innerhalb eines Groupage Systems liefert durch Einbeziehung von Fremdvergabe wesentlich bessere Lösungen als die übliche Tourenplanung, die nur einen Ausschnitt des Gesamtproblems der operativen Tourenplanung betrachtet. Eine noch weiter gehende, aus dem Ladungsausgleich zwischen Speditionen resultierende Kostensenkung kann durch speditionsübergreifende Kollaboration erzielt werden.
Die kollaborative Tourenplanung selbststeuernder Partner eines Groupage Systems stellt ein komplexes Problem mit hoher praktischer Relevanz dar und wirft zentrale grundlegende Forschungsfragen auf, anhand derer die Eigenschaften der Selbststeuerung analysiert und evaluiert werden können.

Ziele:
Ziel des Vorhabens ist die Erforschung des Potenzials und möglicher Strategien der Selbststeuerung in Koalitionen im Transportsektor. Hierzu sollen die zugehörigen Planungsprobleme mithilfe kombinatorischer Auktionen einer Lösung zugeführt werden. Die Auswirkungen der Variation des Grades der Selbststeuerung im Forschungsfeld der kollaborativen Tourenplanung sollen analysiert werden. Somit liefert das Teilprojekt einerseits Erkenntnisse über Groupage Systeme und andererseits einen Beitrag zur Erforschung der Intensität der Mechanismen der Selbststeuerung an einem konkreten Szenario.

Es sollen erstens Ansätze zur kollaborativen Transportplanung für einen dynamisch wechselnden Auftragsbestand anhand von Beispielszenarien erprobt werden. Zweitens sollen ein möglichst günstiger Grad sowie Grenzen der Selbststeuerung in dem kollaborativen Planungsprozess ermittelt werden.

Vorgehen:
Es werden ein Kollaborationsmodell und entsprechende Verfahren zur Lösung der in dem Modell anfallenden Teilprobleme entwickelt und erprobt. Hierzu müssen die Phasen und Prozesse der kollaborativen Tourenplanung analysiert und gestaltet werden. Die Einteilung in Phasen und die Gestaltung der Prozesse erfolgt auf Basis der Methoden der kombinatorischen Auktionen und der Operations Research Games. Für die Optimierung der anfallenden Teilprobleme der Koalitionspartner werden naturanaloge Verfahren, insbesondere Genetische Algorithmen und Tabu Search verwendet. Die Optimierung des Gesamtnutzens der Koalition wird mit Hilfe von heuristischen Konstruktionsverfahren und mit naturanalogen Optimierungsverfahren erfolgen. Die Verfahren werden an Teilbeispielen erprobt, die unter Verwendung von Benchmarkdaten und Vergangenheitsdaten von Praxispartnern generiert werden. Die Intensität des Ladungsausgleichs wird variiert, um möglichst gute Werte für die Selbststeuerung zu bekommen.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Herbert Kopfer
 

Selbststeuernde Adaption von Fahrzeugeinsatzplänen
(2. Phase: 2008-2011)

Teilprojekt B7 im Sonderforschungsbereich 637 "Selbststeuerung logistischer Prozesse - Ein Paradigmenwechsel und seine Grenzen"

Motivation
Effiziente und zuverlässige Straßengütertransporte sind eine Voraussetzung für profitable Wertschöpfungsketten, da nur dieser Verkehrsträger sowohl gebündelte Warenströme als auch eine flächendeckende Distributionen von Gütern ermöglicht. Steigender Wettbewerbsdruck und zunehmendes Kostenbewusstsein der Nachfrageseite stellen immer anspruchsvollere Anforderungen an das Management komplexer und dennoch zuverlässiger Transportprozesse. Die Berücksichtigung aktuellster prozessrelevanter Daten in der operativen Planung und Revision von Transportprozessen ist sowohl Auslöser als auch Adressat einer kontinuierlich zunehmenden Dynamik, deren Bewältigung sich das Management von Transportprozessen stellen muss. Existierende Planungskonzepte aus dem Operations Research und der Künstlichen Intelligenz erreichen hierbei jedoch ihre Leistungsgrenzen. Die Nutzung von Selbststeuerung im Management komplexer Transportprozesse verspricht durch eine schnelle Anpassung an neue Nachfragesituationen und Infrastrukturveränderungen wesentliche Vorteile bei der Begegnung der hohen Dynamik.

Ziele
In der zweiten Projektphase wird die gezielte Filterung und zeitliche Nivellierung der Nachfrage nach Transportleistungen als Ansatz zur Prozesseffizienzsteigerung erforscht. Übergeordnetes Erkenntnisziel ist es, das Paradigma der Selbststeuerung im Hinblick auf Potenziale für die Nachfragesteuerung zu untersuchen und dadurch neue Kompetenzen für die operative Transportprozessplanung zu schaffen. Pragmatisches Ziel dieses Teilprojekts ist die Implementierung von Software-Prototypen, mit denen Simulations-Experimente zur Validierung der theoretischen Konzepte durchgeführt werden. Die drei wesentliche Meilensteine der zweiten Projektphase sind: (1) die Analyse von Selektionsverfahren sowie die Implementierung eines Prototyps für ein selbststeuerndes Verfahren zur Auswahl profitabler Aufträge, (2) die Erforschung und exemplarische Implementierung selbststeuernder Kapazitätssteuerungsansätze, (3) die Kombination von Auftragsselektion, Kapazitätssteuerung und Fahrzeugeinssatzplanung in einem selbststeuernden Verfahrensverbund zum Management von Transportprozessen und dessen numerische Evaluierung.

Vorgehen
Formale Beschreibungsmodelle werden zur Deskription selbststeuernder Transportlogistik-Systeme entwickelt. Aus diesen Modellen werden algorithmisch Prozessentscheidungen abgeleitet. Eine empirische Verifizierung der entwickelten Modelle erfolgt in computergestützten Simulationsexperimenten. Es werden verschiedene Ausprägungen von Selbststeuerung erforscht und deren Wirkungen analysiert. Das in der ersten Projektphase entwickelte Fahrzeugeinsatzplanungssystem wird um Komponenten für die Identifikation und Auslese profitabler Aufträge ergänzt. Dabei werden zur Lastbalancierung Auftragsausführungstermine gezielt in Unterlast-Phasen verschoben (Kapazitätssteuerung). Das neue Verbundverfahren ermöglicht die Anwendung von Selbststeuerung für die Koordinierung spezialisierter Planungseinheiten („Enabling“ für Selbststeuerung). Andererseits ist die Anwendung selbststeuerungsbasierter Methoden zur lokalen Planung von Transportleistungen in den entstehenden komplexen interdependenten Entscheidungssituationen Erfolg versprechend (Nutzung von Selbststeuerung in der Entscheidungsfindung).

Ansprechpartner: Dr. Jörn Schönberger

Selbststeuernde Adaption von Fahrzeugeinsatzplänen
(1.Phase 2004-2007)

Teilprojekt B7 im Sonderforschungsbereich 637 "Selbststeuerung logistischer Prozesse - Ein Paradigmenwechsel und seine Grenzen"

Motivation
Die bisher für die kurzfristige speditionelle Disposition notwendige Trennung von Auftragsannahme, Touren- und Routenplanung sowie Tourenrealisierung kann für zeitgemäße Planungsunterstützungssysteme nicht weiter zugrunde gelegt werden. Der von einer hohen Käufermacht bestimmte Transportmarkt ist charakterisiert durch die Notwendigkeit, kontinuierlich neue Kundenaufträge entgegenzunehmen und diese unmittelbar und zuverlässig in die bereits bestehenden Touren bzw. Routen für die Transportmittel zu integrieren.

Ziele
Die kontinuierliche Bestimmung und Anpassung der Fahrzeugeinsatzpläne kann durch ein Online-Optimierungsproblem modelliert werden. Dabei wird eine Anpassung der bestehenden Pläne reaktiv auf eine Änderung der Planungsdaten durchgeführt und somit eine Sequenz von Entscheidungsproblemen gelöst. Der für eines dieser Probleme zur Verfügung stehende Entscheidungsspielraum wird dabei einerseits durch die bereits in der Vergangenheit getroffenen Entscheidungen (Routenplanung) und andererseits durch die neuen geänderten Planungsdaten festgelegt.

Im Teilprojekt B7 sollen die Potenziale der Selbststeuerung als Automatisierungsansatz zur Planung und Anpassung speditioneller Prozesse untersucht werden. Insbesondere wird hierbei die Frage untersucht, ob und wieweit sich die kurzfristigen Entscheidungsprobleme der Auftragsannahme, der Entscheidung über Selbsteintritt- und Fremdvergabe von Aufträgen und der Touren- bzw. Routenplanung im Selbsteintritt und der Sendungsgestaltung für fremdvergebene Aufträge automatisieren lassen.

Im Rahmen der Studie über die Automatisierbarkeit speditioneller Entscheidungen sollen Determinanten zur Beschreibung der Selbststeuerfähigkeit logistischer Prozesse im Straßengüterverkehr entwickelt werden, beispielsweise die Distanz der Fahrzeuge untereinander, die Verteilung von Last bzw. der Aufträge auf die Fahrzeuge oder auch die Rückkehr von temporär nicht benötigten Fahrzeugen zu vorbestimmten Haltepunkten vorzusehen. Anhand dieser Determinanten soll anschließend untersucht werden, welche Abstufungen von Selbststeuerung (Parametrisierbarkeit) möglich und sinnvoll ist.

Methodisches Vorgehen
Für Testinstanzen soll ein selbstgesteuertes Verfahren zur Erstellung und reaktiven Anpassung von Fahrzeugeinsatzplänen entwickelt werden. Dabei sollen im ersten Schritt flexible Datenstrukturen zur Speicherung der Planungsdaten, der Einsatzpläne und für das gesammelte und hergeleitete Wissen entwickelt werden. In einem zweiten Schritt sollen dann Algorithmen konzipiert und prototypisch implementiert werden, die auf diesen Datenstrukturen arbeiten.

Ergebnisse
Gemäß der Zielsetzung der ersten Projektphase wurden Möglichkeiten der selbststeuernden Anpassung eines Planungssystems an eine sich wandelnde Planungsumgebung untersucht. Um Selbststeuerung für das Management von Transportprozessen zu ermöglichen, wurde die Methode der Online-Optimierung so erweitert, dass sich die entstehenden Entscheidungsprobleminstanzen selbststeuernd an die jeweilige Umweltsituation anpassen. Dabei wurde insbesondere die Integration übergeordneter, längerfristiger Ziele (Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit,…) und operativer Ziele (Ertragsmaximierung) als wesentliche Voraussetzung für die Nutzung der Potenziale der Selbststeuerung identifiziert und erforscht. Konzipiert und prototypisch realisiert wurde ein selbststeuerndes Planungsverfahren, dass diese Zielintegration operationalisiert. Konkret wurde die selbststeuernde Re-Definition von Optimierungsmodellen untersucht in einem Softwareprototypen umgesetzt. Dabei werden sowohl Zielfunktion als auch der Suchraum reaktiv in Abhängigkeit von der aktuell beobachteten Prozesszuverlässigkeit derart modifiziert, dass eine vorgegebene Mindestpünktlichkeit im...

 

Ansprechpartner: Jörn Schönberger

 
Abgeschlossene Forschungsprojekte
 
Integrierte Auftragsdisposition in eigenständigen Profit-Centern eines Speditionsunternehmens - INAPCE
(2005-2006)

Speditionsunternehmen mit eigenem Fuhrpark müssen im Rahmen ihrer Auftragsdisposition entscheiden, ob Sie die vorliegenden Transportaufträge mit eigenen Fahrzeugen (sog. Selbsteintritt) durchführen wollen oder Sie sie an einen anderen Frachtführer fremdvergeben, d.h. weiterverkaufen. Im Rahmen des Selbsteintritts hat dann eine Tourenplanung der eigenen Transportkapazitäten zu erfolgen, bei der Fremdvergabe sind die Kosten für die Durchführung des Transports durch Dritte zu minimieren. Der Gesamtprozess wird als integrierte Auftragsdisposition bezeichnet.

Im Rahmen des Projektes INAPCE möchten die Stute Verkehrs-GmbH und der Lehrstuhl für Logistik der Universität Bremen gemeinsam einen innovativen Lösungsansatz für eine verbesserte integrierte Auftragsdisposition innerhalb und zwischen eigenständigen Profit-Centern einer Spedition entwickeln und erproben. Es soll eine Möglichkeit gefunden werden wie die integrierte Auftragsdisposition der einzelnen Niederlassungen durch Ladungsausgleich zwischen den Centern zu einer kollaborativen Auftragsdisposition erweitert werden kann. Die Niederlassungen sind dabei als Profit-Center eigenverantwortlich für den Gewinn und Verlust des Centers.

Eine kollaborative Planung sieht vor, dass ein Partner (Center) bereit ist, einen Nachteil zu Gunsten eines anderen Partners (Centers) in Kauf zu nehmen, falls dadurch insgesamt ein größerer Gesamtnutzen gegenüber einer isolierten Planung der Partner erreicht werden kann. Dies bedeutet konkret, dass ggf. Aufträge im Rahmen einer "internen Fremdvergabe" an ein anderes Center abgegeben werden, wenn dieses Center den Auftrag besser abwickeln kann als das Center, von dem der Auftrag stammt. Somit entsteht ein höherer Gesamtnutzen für das gesamte Unternehmen, welcher dann im Rahmen eines noch zu entwickelnden Konzepts für ein Profit-Sharing zwischen den Centern aufgeteilt werden soll.

Zielsetzung des Projektes ist es, auf organisatorischer Ebene Hemmnisse zur kollaborativen Transportplanung zu analysieren, Maßnahmen zur Vermeidung oder Behebung dieser Hemmnisse herzuleiten, Chancen der Kollaboration umzusetzen und Vorschläge für ein dauerhaft akzeptiertes Modell zum Profit-Sharing auszuarbeiten und zu testen. Auf der planungstechnischen Ebene gilt es, Strategien zum gezielten, reduzierten Informationsaustausch herzuleiten und mithilfe mathematischer Verfahren der verteilten Optimierung Lösungsansätze zu erarbeiten, mit denen eine kollaborative Auftragsdisposition durchgeführt werden könnte.

Die Zusammenarbeit zwischen eigenständigen Partnern im Transportwesen findet in vielen Unternehmen und Unternehmensverbänden statt. Insofern besteht für einen Ansatz zur Kollaboration auf dem Gebiet der speditionellen Auftragsdisposition eine große Nachfrage. Die Möglichkeit der Übertragung der Ergebnisse des Projektes auf den Markt wird daher bereits im Projektrahmen geprüft werden. Für eine Verwertung der entwickelten Optimierungsverfahren ist allerdings zu erwarten, dass noch umfangreiche nachfolgende Arbeiten bis hin zu einer Realisierung und eventuellen Marktreife zu erbringen sind.

Kurzdarstellung des Unternehmens STUTE

STUTE ist ein Bremer Traditionsunternehmen, das Kunden die komplette Leistungspalette einer modernen Spedition, sowie eines führenden europäischen Systemdienstleisters bietet. Über die zielgerichtete Erweiterung der Geschäftsbasis in den Bereichen Spedition und Logistik verzeichnet die Stute-Gruppe einen stetigen Zuwachs an Niederlassungen, Logistikzentren sowie Tochter- und Beteiligungsgesellschaften im In- und Ausland. Im Jahr 2003 erzielte die Gruppe mit ca. 1.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 150 Mio. €.

Netzwerk Schiffstechnik 2010
(2002-2005)
 
Das Projekt erfolgt in Zusammenarbeit mit Prof. Müller (FB4), dem BIBA sowie BIAS und ist ein BMBF-Projekt. NET-S wird die Organisation von Arbeitsgemeinschaften im Schiffbau analysieren und Modelle definieren, die den Austausch von Produktdaten und die organisatorische Zusammenarbeit der Konsortien unterstützen. Das NET-S-Konsortium besteht aus Werften, Zulieferern und Forschungseinrichtungen, die während der dreijährigen Projektlaufzeit die Ist-Zustände analysieren und aufbauend auf diesen Ergebnissen Modelle für eine verbesserte Zusammenarbeit entwickeln. Als Resultat des Projektes wird weiterhin ein Softwaresystem entwickelt, das die Organisation von Arbeitsgemeinschaften unterstützt und bestehende Systeme integriert. Dieses System wird auch für Firmen außerhalb des Konsortiums nutzbar sein.
Mobile Spedition im Web
(2001-2004)
 

Das Projekt erfolgt in Zusammenarbeit mit Prof. Gruhn sowie Prof. Hermann, Universität Dortmund, und den Firmen STUTE und DEKRA im Rahmen des Forschungsvorhabens "Arbeiten im e-Business". Projektträger ist die DLR.

In der Speditionswirtschaft wird das Geschäft für Spediteure immer anspruchsvoller. Ein funktionierender Güterverkehr, durch den Transporte schnell, sicher, zuverlässig und kostengünstig abgewickelt werden kann, ist ein wichtiger Wettbewerbsvorteil für den Standort Deutschland. Der Verdrängungswettbewerb, der insbesondere durch ausländische Spediteure hervorgerufen wird (da diese sich nicht in jeder Hinsicht an die hiesigen Sozial-, Sicherheits- und Umweltstandards orientieren müssen) benachteiligt deutsche Spediteure. Hiesige Spediteure, die nach gesellschaftlichen Maßstäben, wie den Umweltschutz zu verbessern, Energie einzusparen, die Verkehrssicherheit zu erhöhen, etc. handeln, sind von dieser ausländischen Konkurrenz maßgeblich bedroht, da diese mit sicherheitsgefährdenen Preisdumping die Aufträge zu Lasten der hiesigen Spediteure erhalten.

Die Integration von Dienstleistungen und Geschäftsprozessen zwischen Spediteuren, Disponenten, Fahrern und Kunden ist nicht umfassend und ausreichend, um einen Wettbewerbsvorsprung zu erzielen.
Der Einsatz von neuen Techniken (WEB, WAP, UMTS, E-Business) zur Verbesserung einer Integration hat jedoch Auswirkungen auf die Arbeits- und Logistikprozesse der beteiligten Akteure. Durch die Verwendung dieser neuen Techniken soll eine neue Hard- und Softwareinfrastruktur geschaffen werden und deren soziotechnischen Auswirkungen auf die Arbeits- und Logistikprozesse eruiert werden.

Die Partner in diesem Konsortium verfolgen folgende Ziele:

  • Universität Dortmund (Lehrstuhl Software-Technologie): Gesamtprojektkoordination
    • Universität Leipzig (Lehrstuhl für Angewandte Telematik / e-Business): Entwicklung und Bereitstellung einer Infrastruktur
    • Informatik Centrum Dortmund e.V.: Untersuchung von Softwareentwicklungsprozessen im Rahmen der Gesamtprojektkoordination
  • Universität Dortmund (I&G): Untersuchung der soziotechnischen Auswirkungen der neuen Infrastruktur auf die Arbeitsprozesse
  • Universität Bremen: Untersuchung des Einflusses der Infrastruktur auf die Logistikprozesse und Neugestaltung wesentlicher Prozesse
  • Dekra AG: Erprobung und Vermarktung der Infrastruktur und Anpassung der Arbeits- und Logistikprozesse
  • Stute Verkehrs-GmbH: Erprobung, Weiterentwicklung und Nutzung der Infrastruktur sowie Verbesserung und Anpassung der Arbeits- und Logistikprozesse
Entwicklung einer WAP-basierten Informations- und Kommunikationstechnologie zur Automatisierung der Arbeitsabläufe in der Auftragsdisposition und -fortschrittskontrolle im Speditionsgewerbe
(2001-2003)
 

Das Projekt wird gemeinsam mit Prof. Heeg (FB4) und Prof. Gräser (FB1) bearbeitet.

Das System WAP-Log soll zum einen dem Diponenten ermöglichen, verschiedene Daten bezüglich des Stands der zu bearbeitenden Aufträge abzurufen und Daten für neue Aufträge ohne persönlichen Kontakt zum Fahrer bereitzustellen. Darüber hinaus können an den Fahrer zusätzliche kundenbezogene Daten (Lieferanschrift, Zeitfenster, Artikeldaten und Ansprechpartner) übermittelt werden. Der Fahrer kann den Status der zu bearbeitenden Aufträge verändern (abgeliefert, aufgenommen und Annahme verweigert), ohne Kontakt zu einem Diponenten aufnehmen zu müssen.

Das Interesse der Unternehmen besteht darin, dass es sich hierbei um einen automatischen Informationstransfer auf Basis von Prozessen handelt. Dies bedeutet, dass im gesamten Prozessverlauf kein unmittelbarer Kontakt zwischen den Partnern und keine manuelle Datenerfassung nötig ist.

Mit Hilfe von WAP-Log werden ferner folgende Ziele angestrebt:

  • Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der KFZ-Güterspeditionen,
  • Transparente Gestaltung des Auftragsfortschritts für den Disponenten und den Kunden,
  • bessere Steuerung der Einhaltung der Soll-Tourenpläne bzw. angemessene Reaktion auf Zeitverzögerungen,
  • Entlastung des Fahrers und des Disponenten von Routinetätigkeiten.

Entwicklung umweltschutzorientierter Produktionsverfahren zur Umsetzung einer effizienten Produktionslogistik
(1998-2001)

Ziel: Simulation der Kransteuerung für die mehrstufige Galvanisierung von Flugzeugteilen

Projektpartner:

  • Lehrstuhl für allg. Betriebswirtschaftslehre, Produktionswirtschaft und Industriebetriebslehre
  • mevisco GmbH

Entwicklung eines Groupage-Systems zur Optimierung der Kapazitätsauslastung kooperierender Verkehrsträger im Fernverkehr
(1998-2001)

Ziel: Bewertung existierender und Entwicklung neuer Verhandlungsstrategien für den Frachtausgleich

Projektpartner:

  • Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL)
  • GVZ-Entwicklungsgesellschaft Bremen mbh
  • Dettmer Logistics GmbH & CO. KG

Stellplatzoptimierung im Automobilimport und -export mit Verfahren der bilateralen Verhandlungen
(1998-2001)

Ziel: Entwicklung eines Algorithmus zur Optimierung der Stellplätze in einem Autoterminal

Projektpartner:

  • Forschungsgruppe Theoretische Informatik der Universität Bremen
  • Bremer Lagerhausgesellschaft (BLG) Automobile Logistics GmbH

Auto-Terminal-Info-System (ATIS) / Stellplatz-Optimierungs-System (SOS)
(1998-1999)

Ziel: Entwicklung eines Optimierungstools für die Stellplatzoptimierung in einem Autoterminal

Projektpartner:

  • Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL)
  • Bremer Lagerhausgesellschaft (BLG) Automobile Logistics GmbH

Kommunikation in lokalen Netzen für verteilte Datenverarbeitung in der Betriebswirtschaft (PARNET)
(1992-1995)

Ziel: Softwaretechnik für asynchrone Netzwerke, verteilte Algorithmen zur Produktionsplanung und Logistik

Dieses Projekt wurde gefördert als Teilprojekt des DFG-Schwerpunkt-Programms (SPP) "Verteilte DV-Systeme in der Betriebswirtschaft".

 
letzte Änderung dieser Seite am Mittwoch, 28.07.2004 17:37